20/6/2005
Ein Teil der Turbine-Adler unterstützte unsere Mädels bei der EM in England und ein Großteil der zu Hause gebliebenen traf sich in den letzten 2 Wochen zu gemeinsamen Fernsehabenden bzw. Nachmittagen bei Stoner, um sich dort die EM Spiele anzusehen.
An einem dieser Abende entstand bei den Daheimgebliebenen die Idee, unsere Potsdamer Nationalspielerinnen bei ihrer Ankunft am Flughafen Tegel einen standesgemäßen Empfang zu bereiten.
Am Tage des Finales wurden letzte organisatorische Absprachen getroffen. Wir dachten, gut informiert über die Ankunftszeit unserer Europameisterinnen, an alles gedacht zu haben, als es uns am nächsten Tag bei der Nachricht, dass die Maschine früher in Berlin ankommt, fast die Sprache verschlug. Für Stoner, Caro, Marko und mich galt es also, mal wieder zu improvisieren. Aber darin sind wir ja im Laufe der Zeit mittlerweile schon erprobt und so trafen wir uns um 15 Uhr am Flughafen Tegel. Dort warteten neben uns auch das Trainergespann und Offizielle des Vereines, Angehörige der Spielerinnen und Vertreter der Presse sowie des Fernsehens auf die Landung der Maschine.
Da bis zur Ankunft der Maschine noch ein wenig Zeit war, präparierten wir unser mitgebrachtes Transparent noch standesgemäß - es sollte ja schließlich alles seine Ordnung haben. Es war also alles vorbereitet, doch unsere frischgebackenen Europameisterinnen ließen auf sich warten. Einige der Anwesenden wurden schon langsam ungeduldig, als auf einmal die Spielerinnen auftauchten. Es hieß also: Transpi in die Höhe und die Spielerinnen begrüßen!
Nachdem der offizielle Teil der Begrüßung vorüber war, bedankten sich die Spielerinnen auch bei uns für unser Kommen. Einige von ihnen waren doch sehr gerührt, so zum Beispiel Piwi, die 2 von uns Adlern gleich mal um ein EM-Trikot reicher machte, wofür die beiden noch mal herzlich „Danke!“ sagen! Obwohl sie eigentlich nur noch alle schnell nach Hause wollten, nahmen sie sich aber die Zeit, um mit uns noch wichtige Fragen zu klären. Als unser Wissensdurst gestillt war, hieß es so langsam Abschied nehmen.
Auch wenn der Tag etwas hektisch war, so denke ich doch, es war mal wieder eine gelungene Adler-Aktion mit bleibenden Erinnerungen.
(Marko L.)
18/6/2005
Geplant war alles schon vor Monaten. Es sollte ein gemütlicher Wochenendausflug mit Höhepunkt EM-Finale von einer Freundin und mir werden. Doch alles kam ganz anders:
Nachdem Kerstin (eine Freundin) und ich schon längst gebucht hatten, meldeten sich noch 3 interessierte Mitfahrer aus Hamburg. Und was gibt es besseres als noch mehr Fans, die unsere Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft unterstützen wollen. Also wurde auch kurzfristig für diese 3 gebucht.
Kennen lernten wir Schelpi, Betzi und Heidi dann erst am Schönefelder Flughafen. Im Vorfeld hatte Jörg uns Zimmer in Blackpool besorgt. Am späten Nachmittag kamen wir in Liverpool am Flughafen an, unseren Mietwagen (im Vorfeld gebucht) erhielten wir reibungslos. Jetzt gab es nur noch das Problem Linksverkehr. Dies sollte von Kerstin auch wunderbar gemeistert werden, ein „Rechtsausrutscher“ war allerdings dabei.
Ca 1 ½ Stunden und 50 Meilen später kamen wir ohne Zwischenfälle in Blackpool an, doch nun musste noch das Hotel gefunden werden. Mit Jörg trafen wir uns am Bahnhof Blackpool Nord, zu Fuß ging es nun die 500m zum Hotel. Dort wurde alles geklärt, die Zimmer bezogen und letztendlich auch ein Parkplatz für das Auto direkt hinter dem Hotel gefunden.
Man muss wissen, dass Blackpool für die Engländer ein reiner Party-Ort ist. Ein Pub reiht sich an den nächsten; am Wochenende werden die Leute mit Bussen gebracht, trinken bis zum Umfallen und fahren wieder nach Hause. Sehr beliebt sind Junggesellenabschiedspartys, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Wobei die Männer und Frauen dann auch verkleidet durch die Straßen wanken. Lange konnte man uns aus diesem Grund auch nicht im Hotel halten. Kurz frisch gemacht ging es auch schon wieder auf die Piste. Es war schön längst Pub-time und wir mussten schließlich endlich das leckere englische Bier probieren. Also rein ins Vergnügen. Dann kurz eine Pizza eingeschoben und weiter in den nächste Pub.
Dort trafen wir dann auch auf Frau Hingst und Frau und Herrn Pohlers, die im gleichem Hotel und in einem Hotel in der Nähe untergekommen waren. Es war ein sehr lustiger Abend und das sollte sich auch das ganze Wochenende so fortsetzen.
Samstag Morgen war Stadtbummel und shoppen angesagt - kein Wunder bei 5 Frauen. Doch um alle englischen Biersorten zu probieren, musste gegen 11 Uhr die erste Pause gemacht werden. Da wir von diesem Kaffee einen super Blick auf die Shoppingmeile hinunter hatten, wurde uns wie so oft verdeutlicht, dass viele Engländer überhaupt keinen Wert auf ihr Äußeres legen. Gegen 13.30 Uhr trennte ich mich dann von den 4 anderen und machte mich auf zum Bahnhof, um dort die 3 Männer Mark, Lothar und Jan abzuholen. Dort traf ich dann auch auf Jörg, der das gleiche Ziel verfolgte. Nach kurzer Stippvisite in unserem Hotel ging es weiter zum Strand.
In England gab es die ersten schönen sonnigen Tage. Bis zu 30 Grad kletterte das Thermometer in die Höhe. Die Besichtigung der zahlreichen Casinos durfte natürlich auch nicht fehlen und so verloren wir auch das ein oder andere Pfund. Nach frischen Donats, einer Kletterpartie auf einer ’Hoppseburg’, einem Einsatz der Küstenwache und einem ausgiebigen Pub-Besuch ging ein schöner Tag dann auch langsam zu Ende und die 3 mussten dann auch schon wieder los. So landete ich dann ausnahmsweise mal pünktlich im Bett und die anderen 4 trudelten dann auch nach einer Viertelstunde im Hotel ein, denn vor uns lag ein ereignisreicher Tag.
Nach dem Zieleinlauf der Halbmarathonläufer in Blackpool, der an diesem Sonntag ausgetragen wurde, machten wir uns mit dem Zug auf nach Blackburn. Schon am Bahnhof lernten wir Lars kennen, einen Deutschen, der im Moment ein Jahr in England verbringt. Jetzt hatten wir auch unseren Dolmetscher und so ging es auch ohne Umwege zum Stadion. Dort ließen wir uns erst mal standesgemäß schwarz-rot-gold anmalen, schließlich sollte jeder sehen zu welcher Fangemeinschaft wir gehören.
Unsere Karten für den Oberring konnten wir noch in Unterringkarten umtauschen. Echt genial - 5. Reihe!
Leider waren mehr norwegische als deutsche Fans anwesend und auch unsere Trommel konnte unseren Geräuschpegel nicht wirklich erhöhen. Angespannt warteten wir auf den Einlauf der Mannschaften. Die Nationalhymne verursachte bei einigen von uns Gänsehaut und dann ging es auch schon los.
Die Mannschaftsaufstellung brachte eigentlich keine Überraschungen mit sich. Doch erst einmal war Norwegen am Drücker. Wir hatten auf einmal irgendwie ein nicht so gutes Gefühl und dann auch noch diese ganzen norwegischen Fans um uns herum. Aber auf Potsdams Spielerinnen war Verlass und Anja Mittag erlöste uns durch das 1:0 in der 21. Spielminute. Nach dem kurz darauf Renate Lingor das 2:0 erzielte, war unsere Stimmung deutlich besser und auch unsere Gesänge wurden etwas sicherer. Wieder spannend wurde es kurz vor der Pause durch den Anschlusstreffer für Norwegen.
Die zweite Halbzeit brachte aus unserer Sicht zwar keinen schöneren, aber dafür sichereren Fußball. Aber auch nach dem 3:1 von Birgit Prinz gaben die Norwegerinnen noch nicht auf. Es wurde weiter gekämpft, aber am Ende stand die Deutsche Mannschaft als Sieger da. Und das wurde natürlich auf dem Spielfeld ausgiebig gefeiert.Für die Spielerinnen gab es nach der Ehrenrunde erst mal Presse, Fotos und Termine, für uns hieß es, den nächsten Zug nach Blackpool zu erreichen, um so richtig zu feiern. Schon im Zug trafen wir weitere deutsche Fans und lieferten uns mit einigen englischen Jugendlichen eine „Fangesang-Schlacht“.
In Blackpool angekommen, nahmen wir gleich den ersten Pub – angemalt und mit Fahnen und Trommel ausgestattet, waren wir natürlich eine „Attraktion“. Besonders die Trommel hatte es den Leuten angetan. Sie wollten alle mal trommeln… .Gut, Gut sollten Sie auch. Singend und trommelnd ging es dann weiter durch die Straßen in eine Karaoke-Bar, wo wir erst mal den Klassiker von Queen „We are the Champions“ zum Besten gaben. Ich weiß nicht mehr, wie viele Pubs wir im Laufe des Abends ansteuerten und wie viele Bier daran glauben mussten, auf jeden Fall hatten wir eine Menge Spaß mit den Leuten. Überall wurden wir angesprochen, man gratulierte uns zum Sieg und man wollte immer wieder „trommeln“.
Irgendwann geht aber jeder Tag zu Ende und unser Bett rief nach uns. Leider fand es unsere Vermieterin im Hotel nicht so witzig, als wir nachts um 1.30 Uhr laut singend in unserem kleinen Hotel eintrafen (*peinlich*).
Am nächsten Morgen mussten nur noch die Sachen gepackt werden und ab gings zum Flughafen und wieder zurück nach Deutschland
.
(Ina & Kerstin )
Nachdem alle die erste Trainingseinheit unfallfrei überstanden hatten, wollten sie also mehr. Na gut, wenn sie unbedingt wollen, mir solls recht sein.
Also wurde ein neues Training anberaumt. Um nicht wieder von Fragen überrumpelt zu werden, begab ich mich vorab nochmal auf Recherche. Ich wähnte mich gut vorbereitet.
Nachdem die meisten eingetroffen waren, mal abgesehen von meiner Mittelfeldhoffnung, die leichte Probleme mit der Uhr und Anweisungen hat, begannen wir. Immernoch steht “der Ball, das unbekannte Wesen” im Zentrum der Bemühung. Ballgefühl lässt sich halt nicht erzwingen. Also wurde an der Schuss- und Stopptechnik gefeilt und natürlich am Ballgefühl.
Aufgrund der sommerlichen Temperaturen, ups es ist ja auch Sommer, waren einige Pausen nötig. In eine dieser platzte dann meine Mittelfeldhoffnung und übernahm kurzzeitig die Trainingsgestaltung. Ich verlor kurzzeitig die Kontrolle über das Geschehen. Als man jedoch versuchte ein kleines Spielchen zu veranstalten und noch erhebliche Defizite bemerkte, erlangte ich die Kontrolle zurück. Im Einzeltraining sollte die verlorene Zeit durchs zu späte Erscheinen kompensiert werden, während alle anderen sich dem gepflegten Passspiel widmeten.
Dabei schockte man mich erneut mit unerwarteten Fragen. Wozu ist das gut und wofür brauch ich das? Nur wenn du mir erklärst wofür das gut ist, mach ich es. Nach gutem Zureden und ner durchdachten Ausrede schaffte ich es dann doch. Sie machte ordentlich ihre Übungen und holte sich dann ihr Lob ab, wie alle anderen auch. Wobei ich zugeben muss, dass meine Fähigkeiten als Motivator noch ausbaufähig sind. Dennoch keimt langsam Hoffnung in mir, dass diese Truppe in einiger Zeit echt was mit dem Ball anfangen kann.
Zum Abschluss begab man sich dann in geselliger Runde noch zum Wasserspielplatz, um dort zu brasilianischen Klängen zu plauschen, planschen und den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.
Der Trainer
17/6/2005
Ein jeder Verein hat so seine Typen und auch Turbine Potsdam hat so einige davon. Einer machte sich jetzt jedoch auf, eine neue Aufgabe zu übernehmen. Thossi stellt sich der Herausforderung, im benachbarten Berlin die Mannschaft von TeBe wieder erstklassig zu machen. Keine leichte Aufgabe, wie ich meine.
Ich denke jeder hat ihn einmal kennengelernt und hat sich seine Meinung gebildet. Er ist eckig und kantig, nicht immer einfach oder jedermanns Liebling, aber ehrlich, gesellig und nahm kein Blatt vor den Mund. So werden wir sicher die Gespräche und offenen Worte nach und während den Spielen vermissen, die uns so manchen Einblick in das Seelenleben eines verzweifelten oder auch überglücklichen Trainers gaben. Dafür haben sich auch der Verein, Mannschaft und die Fans beim letzten Heimspiel der Zweiten in dieser Saison in der Waldstadt bedankt.
Wir wünschen dir, Thossi, alles Gute bei deiner neuen Aufgabe und freuen uns auf deine Besuche im Karli und der Waldstadt und somit auf ein Wiedersehen!
(Marko)