23/10/2005

Ein echtes Spitzenspiel

Filed under: News — @ 10:25 pm

Wie in der Vorwoche geplant und organisiert, machten wir uns mit einem Bus und Auto auf den langen Weg von Berlin/Potsdam nach Duisburg. Zu früher Morgenstunde, 3:45 in Berlin und 4:30 in Potsdam, stiegen 16 mehr oder minder müde Gestalten in den Bus. So verlief die Hinfahrt recht ruhig, weil einige noch Kraft für das Spiel tankten und andere die Nacht durchgemacht hatten. Leider hatte niemand mit den zahlreichen Baustellen auf dem Weg ins Ruhrgebiet gerechnet und so erschienen wir erst mit dem Anpfiff am PCC-Stadion. Parkplätze waren Mangelware zu dieser Zeit, da in Duisburg ein Besucherrekord aufgestellt wurde (was bei denen ein Rekord ist, ist bei uns die normale Besucherzahl, na ja) an diesem Tag. Ein Parkplatz interessierte auch erst mal nicht, sondern ein guter Platz im Stadion zum Schauen und um die mitgereiste Blockfahne zu entfalten. So fand man sich als eine Gruppe von etwa 40-50 Fans der Gäste aus Potsdam auf der „Gegentribüne“ wieder.
Nach Protesten der niederländischen Nationaltrainerin, die befürchtete, sie würde dank der Fahne nichts vom Spiel sehen (was wollte die eigentlich da, Rheine spielte doch woanders), wurde sie direkt neben der „Blockfahne“ der Duisburger (etwa ein fünftel so groß wie die Potsdamer) an einem Hang platziert. Dann konnte man sich endlich dem Spiel widmen, das sich von Beginn an zu einem offenen Schlagabtausch beider Mannschaften entwickelte. Ein Hauptaugenmerk lag auf Inka Grings, es müllert ja laut Zeitung in Duisburg, die diesen Tag aber sicher gerne schnell vergessen möchte, aus diversen Gründen.
Eben jene kam recht früh zur ersten Großchance für Duisburg, auf der Gegenseite hatten Ari und Conny auch erste Chancen. Das schmierigem Geläuf machte Silke Rottenberg sichtlich zu schaffen und nährte Hoffnungen auf mögliche Torerfolge unsererseits, wobei wir natürlich nicht auf Geschenke spekulierten, aber annehmen kann man sie ja. Es entwickelte sich ein munteres Auf und Ab, was zu erheblichen Stimmungsschwankungen bei einigen führte. Auf der einen Seite bejubelt man fast ein Tor und Sekunden später atmet man ganz tief durch, weil Natze zur Stelle war. Holla, das war alles nichts für schwache Nerven. Natze musste in einigen Situationen ihre Klasse beweisen und tat dies auch. Schon in der ersten Halbzeit pfiff die Schiedsrichterin unsicher und kleinlich, was „des Volkes Zorn“ nach sich zog. Vereinzelte Rufe nach Kommentaren in ihre Richtung wurden laut, aber wir gaben ihr noch eine Chance. Fragwürdige Abseitsentscheidungen ihrer Assistentinnen auf beiden Seiten heizten die Stimmung jedoch weiter an. So ging es mit 0:0 in die Halbzeit und keiner wusste so recht wo die Zeit geblieben war.
Und wie die erste Halbzeit geendet hatte begann die zweite: mit offensiven Fußball von beiden Mannschaften und viel Engagement. Dabei spielte sich unsere Natze mit klasse Paraden in den Fokus des Spiels. „Natze spielt zu Null“-Rufe waren jetzt Standardprogramm. Nach zahlreichen Chancen auf beiden Seiten wurde uns allen klar, dass wohl nur ein einziges Tor das Spiel entscheiden würde. So konnten wir nicht glauben was in der 60. Minute geschah, als die Schiedsrichterin nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze erst weiterspielen ließ und dann auf ein Zeichen der Assistentin hin pfiff und auf den Elfmeterpunkt zeigte. Schei…benkleister. Spannung pur lag in der Luft als das Duell des Spiels ein weiteres Kapitel erhielt. Grings trat an und Natze hielt: grenzenloser Jubel auf bei den Potsdamer Spielerinnen, unter uns Fans (wobei einige die Parade gar nicht gesehen haben, ich zittere jetzt noch) und natürlich ganz besonders bei Natze selbst. Dennoch konnten wir uns eine Mitteilung in Richtung Theo Zwanziger zu der Leistung der Unparteiischen nicht verkneifen. Ab jetzt wurde auf dem Platz schon im Mittelfeld um jeden Ball gekämpft und gegrätscht, besonders Afro hatte Spaß daran. Gerade erst eingewechselt, schlitterte sie in ihren ersten Zweikampf und ließ auch wirklich keinen aus. Dafür lieben wir sie halt. Beide Mannschaften gaben bis zur letzten Minute alles, wie wir Fans auch, aber es wollte einfach kein Treffer fallen. So wussten die Mannschaften und Fans nach dem Abpfiff nicht so recht ob sie sich freuen oder ärgern sollten. Es war eine tolle und hochklassige Partie geboten worden, was wir mit andauerndem Applaus in Richtung der Mannschaft honorierten.
Die Mannschaft bedankte sich mit Applaus und Abklatschen bei uns mitgereisten Fans und konnte auch langsam wieder lächeln. Nach dem Spiel konnten dann die Turbine-Fans lächeln, als man sich über vergebene Elfmeter unterhielt und eine grandiose Natze und dabei einen willkommen Zuhörer neben sich stehen hatte, Frau Grings. Sie flüchtete dann recht bald in die starken Arme von Holger. Och!
Die Verbannung von Bernd, kurz vor Spielschluss, auf die Tribüne war ein nicht zu vergessendes Highlight. Eine sichtlich amüsierte Ari überbrachte ihm die grausame Nachricht und so nahm er halt etwa 2,5 Meter hinter der Bank auf der Tribüne platz. Wenigstens musste er unseres Wissens keine Geldstrafe zahlen, wie der im Stadion anwesende Holger Fach, aber er hat sich ja auch nicht auf dem Spielfeld geprügelt. Nach dem Spiel, zog es ihn dann wieder auf den Platz zu Theo Zwanziger und Silvia Neid, um das Ganze auszudiskutieren, wie es schien. Arme Silvia.
Wir machten uns dann kurz vor dem Mannschaftsbus auf die lange Rückfahrt in die Heimat. Spiel und Fahrt hatten so einige Kraft und Nerven gekostet und so wurde erst diskutiert und dann kollektiv geschlafen. Gegen 21 Uhr erreichten wir dann Potsdam und das Abenteuer Spitzenspiel fand sein Ende.
(marko)

16/10/2005

Reykjavik eiskalt abgekocht

Filed under: News — @ 10:54 pm

Endlich wieder Turbine bei einem Heimspiel sehen, dass war wohl eine der Motivationen die neben den Adler noch weitere 2193 Zuschauer die ins Stadion pilgern ließ. Und wer nicht da war, hat wirklich was verpasst. Neben 12 Toren ein klasse Spiel unserer Turbinen und einen häufig klatschenden Trainer Bernd Schröder (ein wirklich seltenes Bild). So richtig hatte keiner von uns daran geglaubt, da bereits im Hinspiel in Island die Vorentscheidung gefallen war und das Spitzenspiel in Duisburg seine Schatten vorauswarf.

Für einige von uns hatte der Tag sehr früh begonnen, da wir bereits ab 8:00 Uhr den Besen im Karli schwangen. Es galt die Überbleibsel des Spiels am Vortag zu beseitigen und dem Herbst den Kampf anzusagen. Übersetzt, Bierbecher und Kippen beseitigen und Kastanien/Eicheln zusammenkehren. Dies erledigten wir mit so einigem Flachs, trotz der frühen Uhrzeit. Nach getaner Arbeit sonnten wir uns noch bei herrlichem Spätsommerwetter im Karli ehe wir zum verdienten Mittagessen im Unicat aufbrachen. Dort bestellten wir mal keinen Pitcher sondern feste Nahrung. Wobei einer natürlich aus der Rolle fiel und sich über den Sonntagsbrunch hermachte der angeboten wurde. Von dort kehrten wir gestärkt, ein wenig müde aber dennoch voller Tatendrang ins Karli zurück. Leider standen wir dort, mit einigen Anderen und auch diversen Spielerinnen vor verschlossenen Toren. Die Spielerinnen wurden zu unser „Empörung“ bevorzugt behandelt und ohne Taschenkontrolle eingelassen. Skandal!!! Als auch wir dann endlich eingelassen wurden, galt es den zweiten produzierten Schreiadler unter die Leute zu bringen. Dies gelang überraschend schnell, so dass auch das nächste Projekt in Angriff genommen werden konnte. Ein 16ner Bus suchte noch Mitfahrer nach Duisburg. Das Interesse war bei den üblichen Verdächtigen natürlich vorhanden und selbst die frühe Abfahrtszeit schien kein Hindernis. Allerdings kündigte sich langsam aber sicher das Spiel an und so nahmen wir unseren Stammplätze auf der Tribüne ein.
Es zeigte sich das Turbine die schlechten Auftritte gegen den HSV und Essen vergessen machen wollte und loslegte wie die Feuerwehr. So begann die Feierstunde bereits in der 3. Minute als Conny den Torreigen eröffnete. Nur Minuten später erhöhte Piwi auf 2:0. Es versprach somit ein wirklich torreicher Nachmittag zu werden. Das 2:1 in der 14. Minute durch Margret Lara Vidarsdottir (Schrödi hat genau hingeguckt, was sie so kann) eher ein Zufallsprodukt, als ihr ein schlecht abgewehrter Ball vor die Füße fiel und sie aus etwa 25 Metern die zu weit vor dem Kasten postierte Natze überwand. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, erneut Conny zum 3:1. Die Blockfahne hatte gerade erst wieder seinen Platz hinter der letzten Sitzreihe gefunden, als Navina auf 4:1 erhöhte und sie somit zum 4 mal über die Köpfe der Fans rauschte. Die Abwehr der Isländerinnen schien vollkommen überfordert und konnte sich kaum noch befreien. So war das 5:1 durch Anja nur eine logische Konsequenz und äußerst sehenswert. Sie zimmerte einen Ball aus erheblicher Entfernung ins linke obere Toreck. Tor der Woche, unserer Meinung nach, aber halt nur unserer Meinung nach. Fast mit dem Halbzeitpfiff lenkte dann eine isländische Abwehrspielerin das Leder ins eigene Tor und so ging es mit 6:1 in die Kabinen. Cristiane rundete eine durchaus ansprechende Leistung mit einem Tor ab. Durch den Doppelschlag von Anja und Piwi war das Hinspielergebnis schon übertroffen. 9:1 nach nicht einmal 60 Minuten. Isi machte dann das 10 Turbine-Tor per Volleyabnahme ohne den bekannten Turbolauf vorher, muss ja auch nicht immer sein. Das letzte Tor des Tages war dann Conny vorbehalten. Unsere Turbinen kamen noch zu einigen großen Torchancen, aber der Ball wollte nicht mehr über die Linie und wir rauften uns die Haare. Dennoch, im 14. Europapokalspiel in Folge ungeschlagen und ins Halbfinale einzogen, das war was zählte.
Einer lieb gewonnen Tradition folgend zogen wir uns dann auch bald nach dem Schlusspfiff ins Unicat ein, um das Spiel Revue passieren zu lassen und die Planungen für das kommende Duisburg-Wochenende abzuschließen.

(marko)


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