Mit wenig Personaleinsatz, aber mit großen Gepäck waren die Turbine-Adler in Dublin vertreten. Am Freitag ging es zu zweit in die irische Hauptstadt. Man sah man unsprektakulären 3:0-Sieg der deutschen Mannschaft. Die Tore fielen allesamt in der ersten Halbzeit, in der zweiten Halbzeit wurdezurückgeschaltet, ohne in Gefahr zu raten. Leistungen der Turbine-Spielerinnen:
Ariane Hingst: auf einer ungwohnte Position (in der Abwehrkette links außen - für uns schön, sie spielte in der zweiten Halbzzeit direkt vor uns und der Fahnen) solide mit Offensivdrang, aber auch nicht richtig gefordert. Sie hatte einmal Glück, als sie eine Gegenspielerin im Rücken nicht bemerkt hatte.
Navina Omilade: spielte in der ersten Halbzeit stärker und tauchte in der zweiten Halbzeit - wie viele andere auch - etwas unter. Sie versuchte die Bälle im Mittelfeld zu verteilen, was ihr am Anfang auch gut gelang.
Anja Mittag: wirkte überspiel und ließ viele gute Chancen aus. Sie konnte sich auch nicht so wie gewohnt im Zweikampf behaupten. Mit einem klasse Pass bereitete sie aber das 3:0 vor. Sie kann deutlich mehr. Sie freut sich aber, wenn sie wieder für Turbine im nächsten Jahr spielen kann.
Conny Pohlers: kam in der zweiten Halbzeit und verballerte einen Elfmeter.
Nadine Angerer: verbrachte eine ruhige Zeit auf der Ersatzbank
Unter den rund 200 Zuschauern waren auch zahlreiche deutsche Fans. Diese versuchten Stimmung zu machen, doch nicht jedes Lied eignet sich bei jedem Spiel, so dass es teiweilse peilnich war. Die Peinlichkeitsgrenze wurde am deutlichsten überschritten, als sie sangen: “Ohne Irland fahren wir zur WM!” Das war einfach lächerlich! Schließlich singt am Samstag bei den Männern auch neimand “Ohne San Marino fahren wir zur EM!” Nach dem Spiel gab es noch die Möglichkeit mit den Turbine-Spielerinnen zu reden.
Zur Zeit leidet man als Turbine-Fan bzw. als Frauenfußball-Fan. Während im Männerbereich der Ball wieder in allen Ligen rollt, ist noch beim den Frauen Sommerpause. Doch zum Glück gibt es ja die Nationalmannschaft! So werden die Adler beim Auswärtsspiel der Nationalmannschaft in Dublin vertreten sein. Am heutigen Freitag startet die Delegation nach Dublin.
Gestern trat die 2. Mannschaft beim Adlershofer ABC zu einem weiteren Testspiel an. Unter den Augen von 10 Fans, darunter 3 Turbine-Fans, gewann Turbine II 4:3. Turbine II war aufgrund der U 20-Weltmeisterschaft stark ersatzgeschwächt. Dies machte sich insbesondere in der Abwehr bemerktbar. Aber wenigstens kann sich die 2. Mannschaft im Gegensatz zur 1. Mannschaft einspielen.
Das Spiel fand auf keinem hohen Niveau statt. Turbine ging in der ersten Habzeit durch Anne Heller in Führung. In der zweiten Halbzeit erhöhten Ulrike Fechner und Pia Marxkord auf 3:0. Danach kam Adlershof stärker auf und konnte ausgleichen. Jedoch konnte Anne Heller durch einen direkt verwandelten Freistoß die Führung wiederherstellen, die dann auch das Endergebnis war. Unglücklicherweise verletzte sich Antje Wolff am Ende der ersten Halbzeit. Von hier aus noch einmal: Gute Besserung!
Interessanter als das Spiel waren die Gespräche am Rande des Platzes!
Während der Sommerpause hört man von Turbine-Spielerinnen wenig bis gar nichts. Durch Zufall bin ich jetzt auf folgendes Interview von Ariane Hingst gestoßen, welches sie der Tauber-Zeitung (27.07.2006) gegeben hat:
150 Fischchen knabbern an Spitzensportlerin
Ariane Hingst (27), Fußballweltmeisterin und Spielerin des Bundesligisten Turbine Potsdam, ist momentan Kurgast in Bad Mergentheim. Im Hotel „Das Erlenbach“ nutzt sie die Garra-Rufa-Therapie, um die Hautkrankheit Psoriasis (Schuppenflechte) behandeln zu lassen.
Bad Mergentheim Seit ihrer Kindheit leidet Ariane Hingst an Schuppenflechte. Erstmals probierte die Welt- und Europameisterin nun im Hotel „Das Erlenbach“ die Garra-Rufa-Therapie aus. Benannt ist die Therapie nach den Fischen, die dabei eingesetzt werden.
Im TZ-Interview spricht sie über die „Fischchen-„Therapie, wie es ihr in Bad Mergentheim gefällt und über den Fußballsport.
Wie sind sie auf die Garra-Rufa-Therapie aufmerksam geworden?
Ariane Hingst: Ich selbst habe die Therapie nicht mal entdeckt. Für die Zeitschrift PSOaktuell, einer Fachzeitschrift für Betroffene, hatte ich ein Interview gegeben und Frau Gutekunst (vom Bad Mergentheimer Hotel, Anm. der Redaktion) hatte es gelesen. Darauf hat die Familie mit mir Kontakt aufgenommen und mir von der Therapie erzählt. Sie haben mir angeboten, das hier einmal auszutesten. Dann habe ich mich erstmals näher darüber informiert.
Wie lange sind sie im Erlenbach-Hotel?
Hingst: Insgesamt bin ich drei Wochen hier, jetzt noch eine. Normalerweise sind es vier. Mehr ging wegen Termin nicht.
Hat es Sie bei 150 kleinen Fischen Überwindung gekostet, in das Becken zu steigen?
Hingst: Überhaupt nicht, eher war es Neugier – mal schauen, wie es sein wird. Ich hatte keine Angst. Und ich finde die Fische auch nicht störend. Bei Berührungsängsten wären zweimal zwei Stunden am Tag auch problematisch. Die Fische gehen überall hin, dabei vorwiegend an die wunden Stellen.
Was ist das für ein Gefühl, wenn Fische am Körper herumknabbern?
Hingst: Haben Sie schon mal eine Stromtherapie bekommen? So lässt sich das am besten vergleichen. Ein angenehmes Kribbeln, eine Hautmassage.
Seit wann leiden Sie an Psoriasis, Schuppenflechte?
Hingst: Von Kindsbeinen an, am ganzen Körper. Ich denke, es ist erblich bedingt, Stress spielt aber auch eine Rolle.
Wie gefällt es Ihnen in Ba Mergentheim?
Hingst: Wunderbar. Eigentlich bin ich ein Stadtmensch und war zuerst skeptisch, wie das in einem kleinen Kurort wird. Aber es ist eine optimale Mischung – gute Erholung, keine Termine, kein Stress, keine Hektik. Ein super Urlaub, was auch ein sehr wichtiger Faktor für den Erfolg der Therapie ist. Ich werde den Kurort auf jeden Fall weiterempfehlen.
Hat Sie die Schuppenflechte beim Fussballspielen besonders gestört oder beeinträchtigt?
Hingst: Dass die Kleidung gerieben hat oder der Schweiß brannte? – Nein. Das Problem ist, dass die Schuppenflechte auf die Gelenke schlägt und aufgrund dieser Entzündungen musste ich schon einmal mehrere Wochen pausieren und habe immer wieder Probleme. Von der Haut her stört die Krankheit mich eher nicht. Im Jugendalter haben viele geguckt, aber daran hat man sich mit der Zeit gewöhnt.
Sie wollen das Thema öffentlich machen und darüber informieren. Was wollen Sie den Menschen mitteilen, die so wie Sie an Psoriasis, an Schuppenflechte leiden?
Hingst: Mir war lange Zeit nicht bewusst, wie viele Menschen sich mit dieser Krankheit verstecken, was ich total schade und unnötig finde. Man kann nichts dafür und braucht sich nicht zu schämen. Ich will darauf aufmerksam machen, dass es noch eine natürliche Möglichkeit gibt. Man sollte die Garra-Rufa-Therapie austesten. Es ist eine Alternativlösung zu den Produkten der Pharmaindustrie. Und weil die Therapie bisher teilweise auch noch einen Negativtouch hat und das Gerücht vorherrscht, die Patienten werden ausgebeutet, möchte ich dafür werben.
Wie konnten die Ärzte in Ihrem Fußballverein denn helfen?
Hingst: Bei akuten Dingen mit entzündungshemmenden Mitteln. Und sie versuchen mit der physikalischen Therapie die Schmerzen zu lindern. Aber wegen des Dopings ist es ein schmaler Grad und die Möglichkeit der Behandlung sind nicht sehr groß.
Wie bist Du eigentlich zum Fußball gekommen? Diese Sportart ist für Mädchen immer noch ungewöhnlich.
Hingst: (lacht) Die Frage, glaube ich, habe ich schon hundertmal beantwortet. Ich habe schon immer mit Jungs gebolzt. Durch ein Familienmitglied bin ich dann in eine Mannschaft gekommen.
Was sind die nächsten Termine nach dem Sommerurlaub?
Hingst: Von hier aus stoße ich zur Nationalmannschaft. Am kommenden Donnerstag ist das Freundschaftsspiel gegen Italien. Sozusagen die Rache für die Herren-WM. Dann folgen die Spiele im Verein: Meisterschaft, Pokal, Uefa-Cup. Es beginnt auch die Zeit, wo man anfängt sich für die Weltmeisterschaft 2007 vorzubereiten.
Wo und wie haben Sie die WM der Herren verfolgt?
Hingst: In Berlin und ganz unterschiedlich. Einige Spiel konnte ich live im Stadion sehen, bei manchen Spielen war ich auf der Fanmeile und auch bei Freunden. Einige Spiele habe ich zu Hause am Fernseher gesehen.
Haben Sie ein sportliches Vorbild?
Hingst: Das gibt es nicht. Ich hatte noch nie ein Vorbild oder einen Lieblingsspieler. Als ich ganz klein war mal Thomas „Icke“ Häßler, aber das hat nicht lange gehalten, gerade mal als ich anfing, Fußball zu spielen. Ich wollte immer mein eigenes Ding machen und selbst spielen.
INFO:
Bei der Garra-Rufa-Therapie handelt es sich um eine Hauttherapie mit türkischen Kanagal-Fischen, die speziell bei Patienten mit der Hautkrankheit Schuppenflechte ihre Anwendung findet. Die Saugbarbe ist eine bis zu acht Zentimeter lange, im nahen Osten beheimatete Fischart. Schon seit vierhundeert Jahren werden in Ost-Anatolien psoriasiserkrankte Menschen von Fischen „beknabbert“. Die Sitzung werden zweimal am Tag zwei Stunden durchgeführt. Spezielle Einzelbadewannen mit 34 Grad warmen Wasser kommen zum Einsatz.
Da Ari im Interview gesagt hat, dass sie für diese Therapie werben will, habe ich mir die Mühe gemacht, das Interview abzuschreiben. Deshalb bitte ich um Nachsicht, falls der Text Grammtik- oder Rechtschreibfehler hat.
Am Freitag, den 04.08.2006, fand im Blauhaus das 1. Adler-Bowlen statt. Nachdem chefe die erste Runde gewonnen hatte, setzte sich stoner letztlich sicher und verdient nach 3 Runden durch. Den spannenden Kampf um Platz 2 sicherte sich Marko vor chefe und Tobias.
Jedoch wichtiger als der sportliche Erfolg war der gemütliche Abend unter den Adlern.